„Kommunen am Limit“ – Ein Weckruf aus Deutschlands Kommunen

Am gestrigen Montag, den 22.06.2026 fand auf dem Marktplatz in Wittstock ein Foto-Termin im Rahmen der bundesweiten Aktion „Kommunen am Limit“ statt. Mit dabei waren Kommunalpolitiker aus verschiedenen Städten und Gemeinden – auch der Landkreis beteiligte sich.

Amtsdirektor des Amtes Temnitz, Thomas Kresse, kam gemeinsam mit der Fachamtsleiterin für Finanzbuchhaltung und örtlichen Brandschutz des Amtes Temnitz, Kerstin Dames.

„Es ist nicht fünf vor zwölf – es ist schon fünf nach zwölf“, sagt der Amtsdirektor des Amtes Temnitz. „Viele Städte und Gemeinden stoßen bereits jetzt finanziell an ihre Grenzen. Die Kommunen müssen immer mehr gesetzliche Aufgaben erfüllen, haben aber keinen finanziellen Spielraum mehr – nötige Investitionen werden geschoben, auch weil beispielswiese die Baukosten immer weiter steigen“ führt der Amtsdirektor aus.

 

Kerstin Dames, Fachamtsleiterin der Finanzbuchhaltung im Amtsbereich ergänzt: „Wir haben beispielsweise in den letzten Jahren vieles für die Schulen, Kitas und den Brandschutz in unserem Amtsbereich umsetzen können, dennoch muss auch weiter in unsere Bestandsobjekte und in die Technik investiert werden, um immer wieder die neuen gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Das kostet Personal, Zeit und vor allem Geld bei der baulichen Umsetzung. Unterlassene Instandhaltungsmaßnahmen und Reparaturen an der Infrastruktur sowie den Gebäuden rächen sich durch hohe Folgekosten und einem steigenden Reparaturaufwand.“

 

Das Amt Temnitz befindet sich aktuell noch in einer händelbaren Situation: In den zurückliegenden acht Jahren konnten aufgrund der positiven finanziellen Lage der Gemeinden Instandhaltungsrückstaus abgebaut und Investitionen getätigt werden. Jetzt droht die Lage massiv zu kippen. 

 

„Die Wirtschaft befindet sich in einer anhaltenden Flaute, was sich an den Gewerbesteuereinnahmen im Amtsbereich ablesen lässt. Diese sind im sechsstelligen Bereich um ca. 35% gesunken.  Aufgaben, die durch den Bund oder das Land übertragen werden, werden nicht oder nur unzureichend ausfinanziert. Es ist eine strukturelle Reform der Grundsätze der kommunalen Finanzausstattung notwendig. Jede Aufgabenübertragung durch Bund oder Land muss mit einem vollständigen finanziellen Ausgleich für die Kommunen einhergehen“, ergänzt Kresse weiter. 

 

Zunehmend schwierige finanzielle Lage

Die brandenburgischen Kommunen befinden sich in einer historisch schwierigen Finanzlage. Immer neue Aufgaben werden auf die Kommunen verlagert, die Ausgaben steigen, aber die erforderliche Ausfinanzierung fehlt. Die kommunalen Haushalte der Landkreise, Städte, Gemeinden, Ämter und der Verbandsgemeinde schlossen im Jahr 2025 mit einem Defizit von 827 Millionen Euro ab. Die Kassenkreditverschuldung ist im Jahr 2025 um 155% von 64 Mio. € auf 164 Mio. € gestiegen. Diese Kennzahlen belegen: Einnahmen und Ausgaben driften auseinander.

 

Das Fazit: Die Folgen sind bereits spürbar - Straßen können nicht ausreichend saniert werden, Schulen und Kitas benötigen Investitionen, kulturelle Angebote geraten unter Druck und die Arbeit in den Verwaltungen wird immer schwieriger. Viele Kommunen sehen sich gezwungen zu sparen, obwohl die Anforderungen an sie ständig wachsen und arbeiten mittlerweile an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit.

 

„Mit der Aktion „Kommunen am Limit“ wollen wir ein klares Signal senden: Starke Kommunen sind die Grundlage für eine gute Lebensqualität vor Ort. Damit Städte und Gemeinden ihre Aufgaben weiterhin erfüllen können, brauchen sie eine verlässliche und ausreichende Finanzierung. Die zentrale Forderung lautet deshalb: Wer den Kommunen neue Aufgaben überträgt, muss auch die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen“, bekräftigt der Amtsdirektor des Amtes Temnitz, Thomas Kresse.

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Veröffentlichung

Amt Temnitz
Di, 23. Juni 2026

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