Neues Naturerlebnis für Besucherinnen und Besucher der Kyritz-Ruppiner Heide
Mit einem feierlichen Weideauftrieb hat die Heinz Sielmann Stiftung am Donnerstag, den 02.07.2026 ein zunächst auf fünf Jahre angelegte Beweidungsprojekt gestartet, in dem bis zu zehn Konik-Pferde ab sofort auf den Heideflächen am Sielmann-Hügel und entlang des Heide-Erlebniswegs als tierische Landschaftspfleger mit Hufen und Zähnen zum Einsatz kommen.
Eine Beweidung mit großen Pflanzenfressern ist für eine der größten Heideflächen Europas ein Novum. Erstmals haben Konik-Pferde neue Weideflächen in Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide bezogen. Die robusten Tiere übernehmen künftig von Juli bis Oktober eine wichtige Aufgabe in der Landschaftspflege: Sie halten die Heide offen und schaffen Lebensraum für seltene Arten. Die kleine Herde wird nun nacheinander einzelne Teilflächen abgrasen.
„Mit der naturnahen Beweidung nach dem Konzept der Wilden Weiden beginnen wir ein weiteres ambitioniertes Projekt, das dazu beitragen soll, die Kyritz-Ruppiner Heide als wertvolles Naturschutz- und Erholungsgebiet langfristig zu erhalten. Die Konik-Pferde erfüllen nicht bloß eine ökologisch wichtige Funktion, sie bereichern auch das Naturerlebnis der Besucherinnen und Besucher“, erklärte Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung.
Da die Kyritz-Ruppiner Heide auch an die Gemeinde Temnitzquell im Amt Temnitz grenzt, war Amtsdirektor, Thomas Kresse, beim Weideauftrieb der Konik-Pferde dabei:
„Der Einzug unserer neuen Bewohner ist beeindruckend und zeigt zugleich, wie wichtig die Balance zwischen Natur und Umwelt ist. Wir sind sehr stolz darauf, so starke Partner, wie die Heinz Sielmann Stiftung und den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land an unserer Seite zu wissen und unterstützen daher dieses einmalige Projekt nach Kräften, sowohl um die Heidelandschaft zu erhalten aber auch um den Besucherinnen und Besucher den sanften Natur-Tourismus näher zu bringen“, ergänzt Thomas Kresse.
Weil die trockene Kyritz-Ruppiner Heide besondere Anforderungen an Tiere und Halter stellt, begleiten die Stiftung und ihre Partner das erste Jahr eng. Das Amt Temnitz kümmert sich beispielsweise darum, dass die Wasserversorgung der Pferde sichergestellt ist.
Warum die Heide Pflege braucht
Ohne regelmäßige Pflege würde die Heide allmählich zu Wald werden. Bislang halten Mahd und kontrolliertes Brennen die Flächen offen. Zunehmend aber überzieht eine dichte Moosschicht den offenen Sandboden, den viele Insekten zum Leben und die Besenheide (Calluna vulgaris) zur Verjüngung brauchen. Hier setzt die Beweidung an: Sie ergänzt die bisherige Pflege und bringt natürliche Dynamik in die Landschaft zurück.
Durch Verbiss, Tritt und Wälzen brechen die Koniks die dichte Moosschicht auf, legen offenen Sandboden frei und lassen ein Mosaik aus Heide, Rohboden und lockerem Bewuchs entstehen. So verhindern sie, dass die Heide zuwächst, und schaffen Nischen für Insekten, Reptilien und Bodenbrüter. Zahlreiche seltene und gefährdete Bewohner der Heide – darunter der Ziegenmelker mit mehr als 500 Brutpaaren sowie Heidelerche und Wiedehopf – profitieren von den offenen, strukturreichen Flächen.
Wer den Koniks begegnen möchte, folgt am besten dem Heide-Erlebnisweg. Besonders lohnend ist der Spätsommer, wenn ab August die Besenheide die Landschaft violett färbt.
Fotoserien
Weideauftrieb 02.07.2026 (MO, 06. Juli 2026)










Amtsdirektor Thomas Kresse beobachtet die ersten Schritte der Konik-Pferde
Angekommen in der Kyritz-Ruppiner Heide
Blick in die Heide grasende Pferde
Heide von oben
Neue Bewohner der Kyritz-Ruppiner Heide: Weideauftrieb der Konik-Pferde
Freude über die neuen Landschaftspfleger
Eine ganz besondere Rasse
Konik-Pferde
Landschaftspfleger
Neue Bewohner der Heide
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