Messfahrzeuge im Einsatz: Amt Temnitz bekommt digitales Straßenkataster
Wer in dieser Woche die Straßen des Amtsgebietes Temnitz befährt, sollte sich nicht über ungewöhnliche orange Transporter wundern. Zwischen Pfalzheim im Norden und Vichel im Süden sind spezielle Messfahrzeuge der Firma „Lehmann + Partner“ aus Erfurt unterwegs, die unter anderem hochauflösende Kameras und Laserscanner an Bord haben.
Über einen Zeitraum von zunächst fünf Tagen werden damit die Straßen digital erfasst und vermessen.
Warum das wichtig ist, erklärt Norman Gröer: „Wir wollen ein Straßenkataster erstellen und gleichzeitig den Zustand der Straßen im gesamten Amtsgebiet erfassen - einschließlich vorhandener Schäden“, sagt der Fachamtsleiter für Bau, Gebäude und Liegenschaften, Bauleitplanung und Wohnungsverwaltung.
Die erhobenen Daten sollen dabei -mit Blick auf die Haushaltsplanung- helfen, Prioritäten zu setzen und eine wichtige Frage zu beantworten: Welche Straßen müssen saniert oder instandgesetzt werden und welche noch nicht?
Ein solcher Gesamtüberblick ist für das Amt Temnitz besonders hilfreich, denn bislang gibt es im Amtsgebiet noch kein Straßenkataster. Gleichzeitig ist die Verwaltung verpflichtet, den Zustand der Straßen im Amtsgebiet alle fünf Jahre zu erfassen. Die gewonnenen hochauflösenden und georeferenzierten Bild- und Laserscandaten ermöglichen es, ein realitätsgetreues Abbild der vorhandenen Infrastruktur zu erstellen - einen sogenannten „Digitalen Zwilling“.
Neben dem Straßenkataster können damit auch Verkehrsflächen digital erfasst und dokumentiert werden. Darüber hinaus wird anhand einer visualisierten Schadenskarte sichtbar, an welchen Stellen Handlungsbedarf besteht.
„Die Daten geben uns eine gute Grundlage, um notwendige Maßnahmen künftig besser zu priorisieren und die verfügbaren Haushaltsmittel gezielt einzusetzen“, ergänzt der Fachamtsleiter.
Die orangefarbenen Messfahrzeuge sind dabei nicht mit den Google-Fahrzeugen zu verwechseln, die vor einigen Jahren den Landkreis Ostprignitz-Ruppin digital erfasst haben.
Die nun erhobenen Daten dienen ausschließlich internen Zwecken und stehen der Verwaltung für die Planung und Bewirtschaftung der Straßeninfrastruktur zur Verfügung. Auch der Datenschutz wird bei der Straßenbefahrung konsequent eingehalten. Personenbezogene Daten wie Gesichter und Kfz-Kennzeichen werden automatisiert erkannt und unkenntlich gemacht.

