Kooperationsvereinbarung zur Renaturierung und zum Wasserrückhalt der Oberen Temnitz geschlossen
Angesichts zunehmender Herausforderungen durch Trockenperioden und den Klimawandel gewinnt der Wasserrückhalt in der Landschaft immer mehr an Bedeutung. Naturnahe Gewässer, intakte Lebensräume und ein ausgeglichener Wasserhaushalt sind wichtige Voraussetzungen für den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Zukunftsfähigkeit unserer Region.
Im Mittelpunkt des heutigen Treffens stand ein wichtiger Schritt für den Natur- und Gewässerschutz in der Region: die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zur Renaturierung und zum Wasserrückhalt der Oberen Temnitz.
An der Vereinbarung beteiligt sind der Naturschutzbund Deutschland (NABU) e. V., der Gewässerunterhaltungsverband Oberer Rhin-Temnitz, der Forstbetrieb Bertikow, der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sowie der Landschaftspflegeverband Prignitz-Ruppiner Land e. V. sowie das Amt Temnitz - gemeinsam wollen die Partner die natürlichen Funktionen der Gewässer und ihrer Umgebung stärken und einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung des Landschafts-wasserhaushalts leisten.
Mehr Wasser in der Landschaft halten und natürliche Lebensräume stärken
Durch geeignete Maßnahmen, beispielsweise eine naturnahe Gewässerentwicklung und eine optimierte Gewässerunterhaltung, soll künftig mehr Wasser in der Landschaft zurückgehalten werden. Davon profitieren nicht nur die Gewässer selbst, sondern auch die umliegenden Lebensräume, die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Menschen vor Ort.
Aus Sicht der Kooperationspartner eignet sich insbesondere der Flussabschnitt zwischen der Mühle Walsleben und der Autobahnbrücke der A24 im Bereich des Bertikower Forstes für entsprechende Maßnahmen. Die Vorbereitung und Grundlagenerarbeitung zur Beantragung von Fördermitteln sowie die Umsetzung zielgerichteter Maßnahmen bilden den Schwerpunkt der nun vereinbarten Zusammenarbeit.
Auf einer Länge zwischen 4km bis 5km soll die Obere Temnitz ihren zum Teil historischen Verlauf zurückerhalten. Doch nur an solchen Stellen, wo es auch Sinn macht.
Die nächsten Schritte sind bereits vorgesehen: nach der Erstellung eines Vorkonzepts, die Beantragung geeigneter Fördermittel sowie die Einleitung des erforderlichen Planfeststellungs- beziehungsweise Plangenehmigungsverfahrens, könnten erste Maßnahmen ab 2029 umgesetzt werden.
Wie wichtig der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen für das Amt Temnitz ist, betont auch Amtsdirektor Thomas Kresse: „Der Naturschutz ist fester Bestandteil der Temnitzregion – er gehört zu unserer Identität. Als Träger des Naturschutzpreises fühlen wir uns der Natur in besonderer Weise verpflichtet und möchten den Begriff auch mit Leben füllen. Die Temnitz ist mehr als ein Gewässer: Sie verbindet die Gemeinden des Amtes Temnitz miteinander und prägt die Landschaft, in der die Menschen leben. Ihr Schutz ist deshalb eine gemeinsame Aufgabe, die über Gemeindegrenzen hinausgeht. Wenn es gelingt, Wasser länger in der Landschaft zu halten, natürliche Lebensräume zu bewahren und die Gewässerentwicklung nachhaltig zu gestalten, stärkt das die gesamte Region.“
Diese Vereinbarung zeigt, dass erfolgreicher Naturschutz vor allem vom gemeinsamen Handeln lebt. Kommunen, Verbände und Vereine sowie die Forstwirtschaft und weitere Akteure können wichtige Impulse setzen und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig kann jeder Einzelne einen Beitrag leisten – sei es durch einen bewussten Umgang mit Wasser, den Schutz heimischer Arten oder die Unterstützung lokaler Naturschutzprojekte.













