Leben im ländlichen Raum – Chancen & Herausforderungen
Leben im ländlichen Raum – Chancen & Herausforderungen
Uwe Schüler, Staatssekretär des Ministeriums des Innern und für Kommunales (MIK) des Landes Brandenburg besucht Gemeinde Dabergotz im Amt Temnitz
Was macht das Leben im ländlichen Raum aus? Wo begegnen sich Menschen? Was hält eine Dorfgemeinschaft zusammen? Wo liegen die Herausforderungen, aber auch Chancen?
Antworten auf diese Fragen erhielt am Mittwochabend (06. Mai) der Staatssekretär des MIK, Uwe Schüler, in Begleitung vom Bundestagsabgeordneten, Sebastian Steineke, in Dabergotz im Amt Temnitz.
Gemeinsam mit dem ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde, Philipp Gotscha, Amtsdirektor des Amtes Temnitz, Thomas Kresse sowie Fachamtsamtsleiterin für örtlichen Brandschutz, Kerstin Dames und Amtsbrandmeister, Sebastian Giesert, verschaffte sich der Staatssekretär bei einem Rundgang durch das 646 einwohnerstarke Dorf, ein umfassendes Bild vom Leben vor Ort. Treffpunkt war das Dorfgemeinschaftshaus, das mit Fördermitteln aus dem LEADER-Programm umgesetzt wurde und längst zum Herzstück des Dorflebens geworden ist. Ob seitens des Fußballvereins, der Frauensport- oder Yoga-Gruppe, ob für Familienfeiern und Info-Veranstaltungen, das Dorfgemeinschaftshaus wird vielfältig genutzt.
„Ich kann dem Amt Temnitz und Dabergotz im Speziellen nur ein sehr gutes Zeugnis ausstellen“, sagte der Staatssekretär und ergänzte: „Hier laufen viele Aktivitäten zusammen. Das Gemeindehaus bietet zahlreiche Möglichkeiten für die Jugend, für Vereine und für Senioren. Genau das macht das ländliche Leben ja auch aus: das Engagement vieler Beteiligter, die gemeinsam eine aktive und attraktive Gemeinschaft gestalten.“
Raum für den offenen Austausch
Das Ministerium des Innern und für Kommunales (MIK) zeichnet inhaltlich auch verantwortlich für den Brand- & Katastrophenschutz. Beim Besuch des Feuerwehrgerätehauses etwa wurde deutlich, dass insbesondere kleinere Wehren in Brandenburg vor großen Aufgaben stehen.
Im Gespräch mit Amtsbrandmeister, Sebastian Giesert, kamen deshalb zentrale Themen zur Sprache: zum Beispiel die notwendige Beschaffung und Erneuerung von Funktechnik oder die Umsetzung einer einheitlichen Digitalisierung im Brand- und Katastrophenschutz.
„Generell geht es darum, gezielte Förderprogramme für kleine Wachen aufzulegen“, sagte Giesert und erklärte weiter: „Durch die angespannte Finanzlage und die gestiegenen Baukosten können viele Kommunen notwendige Investitionen nicht mehr allein stemmen. Gerade beim Bau oder der Sanierung von Gerätehäusern sind wir deshalb auf Unterstützung angewiesen.“
Ein weiteres drängendes Thema war die Erneuerung der Digitalfunktechnik im Land Brandenburg – eine Umstellung, die die Kommunen ebenfalls erheblich belastet.
„Wir haben jedoch keine Alternative – die Geräte müssen erneuert werden", betonte Giesert und fügte hinzu: „Auch im Bereich der Fahrzeugförderung bestehe weiterhin Handlungsbedarf."
Besonders eindrücklich schilderte der Amtsbrandmeister die Bedeutung des Ehrenamtes für die Gefahrenabwehr:
„Wenn Personal oder Ausstattung fehlen, verlieren wir Mitglieder. Im schlimmsten Fall wären wir gezwungen, hauptamtliche Strukturen aufzubauen – und das gibt der Haushalt schlicht nicht her. Deshalb ist es so wichtig, das Ehrenamt attraktiv zu halten. Es ist und bleibt die wichtigste Stütze der Gefahrenabwehr.“
Staatssekretär, Uwe Schüler, zog ein positives Fazit von seinem Besuch im Amt Temnitz:
„Ich habe eine sehr aktive Feuerwehr erlebt, die - wie im gesamten Amtsbereich - auch von einer starken Jugendfeuerwehr profitiert", sagte er und ergänzte: „Gleichzeitig ist klar geworden, dass es in Dabergotz wie auch in anderen Orten einen stetigen Investitionsbedarf gibt. Das Gerätehaus hat deutlich gezeigt, dass Handlungsbedarf besteht, um die Feuerwehr perspektivisch zukunftsfähig aufzustellen.“
Der Amtsdirektor des Amtes Temnitz, Thomas Kresse, ergänzt:
„Das Leben im ländlichen Raum bietet viele Chancen, aber auch Herausforderungen. In enger Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und dem Amt Temnitz konnten bereits große Projekte gemeinschaftlich umgesetzt werden. Allerdings sind die Zeiten wirtschaftlich schwieriger als noch vor einigen Jahren - auch das gehört zur Wahrheit. Umso wichtiger ist es, Themen offen anzusprechen, die die Menschen vor Ort bewegen, gemeinsame Ziele zu setzen und diese gemeinsam anzugehen."













